Gruppendynamik
vom 1. April 2011
Pädagogische Rezepte für das optimale Agieren in einer Gruppe gibt es nicht. Handlungswissen kann zwar vermittelt werden, aber die Umsetzung ist jedem selbst überlassen. Eine nicht immer leichte Situation. Ich muss mich als Pädagoge stetig reflektieren und beobachten und Objektivität ist schwer zu erreichen.
Wie sieht nun aber so ein Prozess der Gruppenbildung aus?
Grundsätzlich kann man über die Gruppenbildung sagen, dass sie im Verlauf der Evolution den Menschen das Überleben gesichert hat und in allen Kulturen vorkommt. Menschen orientieren sich an den Normen und Werten ihrer Gruppe und die Zugehörigkeit hat Einfluss darauf, wie sie sich selbst sehen.
Warum sind Normen wichtig?
Normen gewährleisten Zielübereinstimmung, führen zur Stabilität innerhalb der Gruppe, bilden einen Bezugsrahmen und grenzen von anderen Gruppen ab. Das Verhalten der Gruppenmitglieder wird durch diese Aspekte koordiniert.
Diese Prinzipien lassen sich auf alle Gruppen – besonders wenn es um face to face Gruppen geht – übertragen. Das erleben wir täglich im Unterricht. Es ist jedoch ein dynamischer Prozess. Über die Zeit hinweg verändert sich die Beziehung zwischen Individuum und Gruppe.
Nach Richard Moreland und John Levine (1982) gibt es ein Phasenmodell, welches von allen Gruppen durchlaufen wird.
Beispiel Tanzunterricht:
Ein Tanzschüler sucht eine Trainingsgruppe, die seine Bedürfnisse nach gutem Training erfüllt. Gehen Schüler und Gruppe in Beziehung zueinander ist der Suchprozess abgeschlossen. Im Anschluss findet ein wechselseitiger Einflussprozess statt. Die Gruppe vermittelt ihre Normen und Werte, der Einzelne versucht seine Interessen durchzusetzen. Es kommt im optimalen Falle zu wechselseitiger Akzeptanz. Die Rollen, die jeder in der Gruppe inne hat, unterliegen der Veränderung. Das können wir immer wieder im Unterricht beobachten. Werden gegenseitige Erwartungen nicht mehr erfüllt, lässt das Interesse der Gruppe zum Einzelnen bzw. umgekehrt vom Einzelnen zur Gruppe nach. Als Konsequenz kann der Austritt erfolgen.
Als Pädagoge sollte ich in der Lage sein, Gruppenprozesse zu erkennen und zu steuern.
Gefaellt mir gut die Seite. Tolle Themenwahl.